Nummernschild | license plates

Bei der Anmeldung des Jeeps erfuhr ich bürokratische Hürden, wie sie absurder nicht sein können. Wer also glaubt, mit der Fertigstellung der Restauration sei alles geschafft, der irrt. Diese Erfahrung musste ich jedenfalls mit der Zulassungsbehörde des Landkreises Offenbach (Hessen) machen, welche die Ausstellung verkleinerter Nummernschilder durch bürokratische Hürden unnötig  erschwert, wenn nicht durch eben diese gar gänzlich ausschließt.

Während der Jeep in den Händen der Fachwerkstatt „Armyshop Ohmenhausen“ in Reutlingen geprüft wurde, bat ich Frank Maier, doch gleich auch den TÜV (07.07.17) zu erledigen, da ich aufgrund des nahenden Urlaubs Zeitmangel verspürte. Die TÜV-Prüfung verlief ohne Mängel und ein Gutachten wurde erstellt, das die Ausstellung eines zweiteilig verkleinerten Nummernschildes ausdrücklich empfiehlt.

Mit diesem Gutachten wurde ich auf der Zulassungsstelle in Dietzenbach vorstellig, um den Jeep zuzulassen. Als ich erwähnte, dass ich ein verkleinertes Nummernschild für die hintere Fahrzeugseite benötigte, zog die Sachbearbeiterin zwei Formulare aus der Schublade, welche auszufüllen und im Antragsverfahren ausschließlich zu verwenden seien. Warum dieser Aufwand nötig ist, konnte die Dame mir nicht beantworten.
Das TÜV-Gutachten (70,00 €) über die Zuteilung des verkleinerten Nummernschildes aus Baden-Württemberg, durchgeführt von einem amtlich anerkannten Gutachter und TÜV-Prüfer (Dipl.-Ing.), wurde nicht anerkannt. Die Weisung lautete, dass ich das Kfz einem in Hessen zugelassenen amtlich anerkannten Sachverständigen vorführen müsse, um mit dem dann zu erstellenden hessischen Gutachten (Kosten noch unklar) einen Antrag stellen zu können (Kosten: 125 €), der aber doch noch immer abgelehnt werden könnte. In diesem Fall wären ca. 270 € Unkosten für Gutachter und Anträge umsonst gewesen.

Die Sachbearbeiterin zeigte sich über mein Unverständnis freundlich und riet mir, doch gleich zur TÜV-Niederlassung in Dietzenbach zu fahren, um das Gutachten vom TÜV zu erhalten. Dort musste ich erfahren, dass einer der amtlich anerkannten Sachverständigen das zweiteilig verkleinerte Nummernschild aufgrund von mir gezeigter Fotos deutlich bewilligen wollte, wohingegen sein anscheinend direkter „Vorgesetzter“, dies ausdrücklich ablehnte und mir beschied, ich könne das normale Nummernschild irgendwo an der Rückseite des Jeeps anbringen. Wahrung historischer Originalität sei kein Kriterium mehr, ein anderes Nummernschild zu bewilligen. Ich konnte kaum glauben, was sich hier abspielte.

Nach fernmündlicher Rücksprache mit Frank Maier zeigte sich dieser gleichfalls fassungslos.

Vom doppelten Prüfverfahren im Bundesland Hessen hatte ich bereits Kenntnis durch den unsäglichen und kostspieligen Prozess der Eintragung einer neuen Reifengröße 285/70 R17 für unseren Jeep Wrangler im Jahr 2015. Bei diesem doppelten Prüfverfahren muss man die Gutachten, die vom TÜV-Prüfer vor Ort erstellt wurden, mit einem Antrag an die Zulassungszentrale in Marburg-Biedenkopf senden (geht per Mail), wo dann die Arbeit des Ingenieurs vor Ort ein weiteres Mal geprüft wird. Ein Bundesland, das derart wenig Vertrauen in seine Prüfingenieure vor Ort zeigt, ist einfach nur lächerlich. Dieser Antrag kostet überdies natürlich gebühren und man kann nur hoffen, dass der Antrag positiv beschieden wird.

Ich holte von einem anderen TÜV-Prüfer in der Werkstatt meines Vertrauens Informationen ein, die genau dieses Verfahren bestätigten. Für mich ist das hier gezeigte Verhalten des Landkreises Offenbach ein Verbrechen an seinen Bürgern und überdies Geldschneiderei. Sobald ich die Gelegenheit habe, diesen Landkreis zu verlassen, werde ich sie ergreifen.

Um den Jeep überhaupt zulassen zu können, musste ich zunächst die standard Nummernschilder akzeptieren. Das hintere Nummernschild ist aber zu groß, sodass ich, sobald ich Zeit für dieses unsägliche Prozedere finde, den Jeep einem TÜV-Prüfer vorführe, um ihn davon zu überzeugen, dass ein verkleinertes Nummernschild bewilligt werden sollte. Es wird vom Nummernschildhalter nur zur Hälfte ausgeleuchtet und von der AHK teilweise verdeckt. 

Der Willys Jeep ist seit dem 27.07.2017 wieder amtlich zugelassen.